Das Schulsystem im anglophonen Kamerun ist nach dem Vorbild der ehemaligen Kolonisatoren aufgebaut.
Mit einem Alter von 3 Jahren können Kinder eine Nursery School (Kindergarten und Vorschule) besuchen. Diese sind zumeist privat geführt und in der Regel nur in größeren Städten zu finden. Der Besuch der Nursery School ist gebührenpflichtig.
Hieran schließt sich der Besuch einer Grundschule, der Elementary oder Primary School an. Der Besuch der Grundschule ist in Kamerun verpflichtend für alle Kinder und dauert 6 Jahre. Grundschulen werden sowohl staatlich als auch privat (zumeist kirchlich) geführt, wobei der Besuch staatlicher Schulen offiziell gebührenfrei ist. Allerdings sind die Schulen in der Regel so unterfinanziert, dass über den Elternbeirat (sog. PTA: Parent-Teacher-Associations) von den Eltern der Schulkinder jährliche Gebühren eingefordert werden. Der Grundschulbesuch endet mit Ablegen des FSLC (First School Leaving Certificate Exam).
Der Gymnasialbesuch (Secondary / Grammar Schools) an staatlichen Schulen ist nur für begabte Kinder möglich, da hier weniger Gebühren als an privaten Schulen, dafür aber gute Abschlussergebnisse beim FSLC verlangt werden. Wohlhabende Eltern bevorzugen private Institutionen oder gar Internate, die hohe disziplinarische Anforderungen an ihre Schüler stellen. Abschluss ist hier nach 5 Jahren das GCEO-Level (General Certificate of Education, Ordinary Level).
Nach bestandenem GCEO-Level besteht zudem die Möglichkeit, für weitere 2 Jahre die High School zu besuchen und mit dem GCEA-Level (General Certificate of Education, Advanced Level) abzuschließen. Eine Variante ist die Technical High School, in der berufsbezogen für 4 Jahre ausgebildet wird (z.B. Elektriker, Schreiner u.a.). Abgeschlossen wird hier mit dem City and Guilds Exam.
Wer jetzt noch Puste und die nötigen finanziellen Mittel aufbringt, ist qualifiziert für die Universität. Derzeit gibt es 8 Universitäten in Kamerun, 6 staatliche und 2 private. Im englischsprechenden Landesteil gibt es die Universität in Buea (staatlich) und die Bamenda University of Science and Technology (privat).